Zu Besuch im Helene Kaiser Haus

Gröpelingen ist ein Stadtteil mit vielen verschiedenen Gesichtern, seit nun 70 Jahren kommen all diese Personen im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen zusammen. 1952 wurde das Nachbarschaftshaus – kurz na’ als erstes Bürgerhaus in Bremen gegründet, in einem vom Krieg schwer getroffenen, dicht bevölkerten Arbeiterviertel, in dem auch viele Kinder lebten. Seitdem hat sich Gröpelingen sehr gewandelt, die Bevölkerungsverteilung hat sich verändert und ist gewachsen, sie ist lebendig und international.

Im Nachbarschaftshaus befinden sich neben vielen Freizeitgruppen für Jung und Alt auch ein Seniorenbegegnungszentrum und eine Kindertagesstätte. Bürger*Innen des Quartiers genießen hier viele Services zur Beratung und Weiterbildung und Veranstaltungen. Ziel ist die Gemeinschaft, die Menschen sollen nicht nur nebeneinander leben, sondern auch miteinander. Es ist ein gemeinsamer Begegnungsraum, in dem sich Leute einbringen und das Leben in ihrer Nachbarschaft mitgestalten können. 

Zusammen wurde dies auf der 70-jährigen Jubiläumsveranstaltung gefeiert mit einer Willkommensrede des Vorsitzenden Peter Sakuth.

Als Gastredner betonte der Sozialwissenschaftler Davide Brocchi die Wichtigkeit der Vielfalt als Chance für eine positive Entwicklung eines Quartiers. Nachbarschaftshäuser seien wie eine Energiequelle, die die Menschen beleben und demokratisieren. „Jedes Quartier ist ein Planet für sich“. Wenn dieses Quartier verstanden werden soll, dann muss es einen Ort des Austausches geben, damit die Ideen und Vorstellungen der Bewohner*Innen dort nachhaltig eingebracht werden können. Denn kulturelle Nachhaltigkeit schaffe ökologische Nachhaltigkeit. Kulturelle Zentren, wie das Nachbarschaftshaus, sieht Brocchi als Orte des Widerstands und die eine vielfältige Gesellschaft zusammenhalten. Besonders in Zeiten von Krisen fördere das Zusammenhalten von Nachbarschaften das gegenseitige Austauschen und Unterstützen die Widerstandsfähigkeit aller.

Es war ein spannender Nachmittag, bei dem für mich noch einmal sehr deutlich wurde, welch wichtige Aufgaben Einrichtungen wie das Nachbarschaftshaus Helene Kaisen in den Stadtteilen leisten. Aus meiner Sicht muss es auch in Zukunft darum gehen, diese Institutionen zu unterstützen.

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